Mit Kunden reden, manchmal ein schmaler Grad.... & ein gut gemeinter Rat

….aus einer Spandauer Bäckerei-Filiale: Es ist Mittagszeit: die Verkäuferin arbeitet allein.

Zwei Damen wollen ein Buletten-Brötchen. Eine Dame entscheidet sich doch so: kein Brötchen aber Bulette……Die Verkäuferin packt freundlich das Buletten-Brötchen zurück. Mit einer halben Drehung und einem Lächeln legt sie die Bulette in die Mikrowelle.

Ihre Freundin möchte jetzt auch nur Bulette aber mit Kartoffelsalat im Schälchen und erzählt der Verkäuferin, dass sie nicht so beißen kann, aber Kartoffelsalat liebt. Und, auch immer etwas Richtiges um die Mittagszeit essen muss. Das hat ihr Arzt gesagt.

Inzwischen ist die Bulette ihrer Freundin heiß, wird mit einer kleinen Garnierung und einem Lächeln ganz schnell auf den Teller gelegt und über den Thekenrand mit dem Kartoffelsalat gereicht.

Die andere Bulette wandert in die Mikrowelle. Jetzt hat sich diese auch noch dazu Kartoffelsalat gewünscht. Ihre Freundin mit der inzwischen heißen Bulette erkundigt sich ausführlich nach dem Kaffee und bestellt einen Café Creme…..

Die beiden Freundinnen schauen sich plötzlich ganz erschrocken um und sagen wörtlich zu der langen wartenden Kundenschlange: „…..wir halten ja den ganzen Betrieb auf!“

Und, zur Verkäuferin: „Warum haben Sie denn nichts gesagt? Wir sind doch Rentner und können warten.“

Die Frage der beiden redseligen Rentnerinnen ist berechtigt. Denn die Verkäuferin hat die lange Warteschlange und auch die bittenden Blicke gesehen. Sie hatte ja die bessere Sicht. Also, warum hat sie nicht mit der Warteschlange kurz gesprochen? Oder, den beiden Rentnerinnen ein Kostepröbchen gegeben und weiter bedient….???

Mit Erstaunen und mit einem Lächeln höre ich dann, das beide Rentnerinnen der Verkäuferin beim Abschied einen guten Rat geben, der lautete: "In Berlin muss man mit den Leuten reden, das ist die Kunst!"

Kommentare

Ich denke das die Verkäuferin alles richtig gemacht hat. Mir stellt sich die Frage, warum war die Verkäuferin in der scheinbar beschriebenden Mittagszeit allein?
Im Dienstleistungsgewerbe ist der Grad wirklich sehr schmal. Wie hätte den die Situation ausgesehen wen die Verkäuferin die Damen darauf Aufmrksam gemacht hätte das sie den ganzen Betrieb aufhalten? Eventuell wären die Damen mit den Worten gegangen. "Na jut, wen se uns nich brauchen, jehen wir dit nächste mal wo anders hin." Klar, ist hier ein gutes jonglieren der Worte und das Feingefühl gefragt. War nicht schon jeder, der im Dienstleistungsgewerbe arbeitet, in so einer Situation? Ich, manchmal, mehrmals am Tag. Da heißt es einfach einen klaren Kopf zu bewaren und weiter machen. Den jeder Kunde/Gast will genauso behnadelt werden wie die Damen im beschriebenen Fall. Wenn sich ein Gast oder Kunde als König verhält wird er von mir auch wie König behandelt.

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